Stolperstein Ober-Eschbach kostet die Spitze

Vor 400 Zuschauern der besten Rückrunden-Mannschaft mit 25:29 unterlegen — »Zu viele technische Fehler im Offensivspiel«

(kun) Die Vorzeichen waren klar: Drei finale Hürden auf dem Weg in die Oberliga hatte der TV Petterweil vor dem Landesliga-Derby gegen die TSG Ober-Eschbach am Samstagabend noch zu meistern - doch bereits das erste Hindernis sollte sich als Stolperstein für die Mannschaft von Trainer Detlef Ernst erweisen und dem Projekt »Aufstieg« nach der zweiten Niederlage in Serie einen herben Dämpfer versetzen. Mit 25:29 (12:11) unterlag der gastgebende Aufstiegskandidat vor 400 Zuschauern gegen die TSG Ober-Esch¬bach, die damit bereits ihren siebten Sieg in Folge verbuchen konnte. Die Gastgeber müssen ihre Spitzenposition dagegen vorerst für die HSG Wettenberg räumen - diese hatte zeitgleich mit dem Anpfiff der Petterweiler Partie einen durchaus schmeichelhaften 22:21-Auswärtserfolg beim Tabellenvorletzten HSG Anspach/Usingen eingefahren.

Doch nicht nur der Triumph des direkten Konkurrenten im Kampf um das Ticket in die Oberliga setzte die TVP-Akteure vor dem Aufeinandertreffern mit dem von Coach Ernst zuvor als »Mannschaft der Stunde« bezeichneten Tabellenvierten gehörig unter Druck. »Allein aus Prestigegründen wollten wir das Derby gewinnen. Die Gäste haben aber von Beginn an bewiesen, dass sie völlig zurecht die erfolgreichste Mannschaft der Rückrunde sind«, zeigte sich der Petterweiler Übungsleiter nach der Partie beeindruckt vom selbstbewussten Auftritt der Ober-Eschbacher. »Hier sieht man die Handschrift des neuen Trainerduos Parkourkin/Jäth sehr deutlich.«

Dabei lieferten die Hausherren in der ersten Halbzeit eine durchaus ordentliche Vorstellung ab, gingen früh in Führung und konnten beim 12:9 (25.) kurz vor der Pause erstmals einen komfortablen Drei-Tore-Vorsprung bejubeln. »In der Folge haben wir es allerdings verpasst, unsere Führung weiter auszubauen«, bemängelte Ernst die mangelhafte Chancenverwertung seiner Akteure kurz vor der Halbzeitpause, die es der TSG ermöglichte, bis auf einen Treffer an die Heimmannschaft heran zu kommen. »Da haben wir im Offensivspiel einfach zu viele technische Fehler gemacht«, wusste der Petterweiler Coach, der sich auch mit der Leistung seines Defensivverbundes nicht gänzlich zufrieden zeigte. »Besonders über den Kreis waren wir diesmal enorm anfällig.«

Nach dem Wechsel legten die Gäste dann eine gehörige Schippe drauf. Gerade einmal fünf Minuten waren im zweiten Durchgang absolviert, als die TSG einen knappen Pausenrückstand in eine Vier-Tore-Führung um gewandelt hatte (16:12/35.). In einem fairen Derby wollte den Hausherren in der Folge dagegen nur noch wenig gelingen. »Von dem frühen Rückstand nach der Pause haben wir uns nicht mehr erholt. Spätestens beim 22:27 war die Begegnung gelaufen«, wusste Ernst. »Zwar haben wir gegen Ende der Partie noch einmal alles in die Waagschale geworfen ( letztlich mussten wir aber neidlos anerkennen, dass Ober-Eschbach die bessere Mannschaft war«, zog der TVP-Coach nach der Heimniederlage Bilanz, richtete seinen Blick aber wenig später bereits wieder nach vorne »Im Spitzenspiel bei der HSG Wettenberg kommenden Samstag werden wir unseren Patzer wieder ausmerzen.«

TV Petterweil: Michalke, Malkmus; Olbrich (1), Weis (2), Hardt (3), Greife, Alexander Koch (2), Scherrer (4), Thorsten Koch, Peschke (9/4), Kunkel, Ruppert (3), Schneider (1) Rautschka.

TSG Ober-Eschbach: Grauer, Christian Mertens; Gottlieb (1), Leyser (4), Witzke (4) Schawaller (2), Kaulfuß, Wohlfahrt (2), Seel, Maurath (5/3), Keskinidis (2), Stefan Mertens (9), von der Wehl.

Im Stenogramm:
Schiedsrichter: Diegeler/ Zapke (Wollrode).
Siebenmeter: 5/4:3/3
Zeitstrafen: 4:4.
Zuschauer: 400.


Wetterauer Zeitung vom Montag, 02. Mai 2011

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