Nach wie vor Alarmstufe eins beim TV Petterweil
Mannschaft von Gebhard Fink unterliegt TV Nieder-Ohm 28:33 - Eine ganze Reihe klarer Chancen nicht genutzt
Vier Niederlagen in Serie, die letzte trotz einer guten Vorstellung vor Wochenfrist bei der TSG Haßloch, hatten den TV Petterweil auf Rang 14 abstürzen lassen. Klar, dass deshalb beim Wetterauer Regionalligisten Alarmstufe eins herrscht, denn TVP-Coach Gerbhard Fink und sein Team sind gezwungen, punktemäßig zuzulegen, um vier Jahren in der dritthöchsten deutschen Handball-Liga ein fünftes folgen zu lassen. Dass unter derart schwierigen Voraussetzungen für den hierzulande ranghöchsten Handball-Klub der Kontrahent beim für dieses Jahr letzten Meisterschafts-Auftritt, der gestern Abend in der Sporthalle Sauerbornstraße gastierende Tabellendritte TV Nieder-Olm, nicht eben der ideale Partner war, kann man sich denken. An der Petterweiler Absicht, die vierwöchige Spielpause mit einem Erfolgserlebnis einzuleiten, änderte diese Tatsache jedoch gar nichts. Die Petterweiler Cracks mühten sich denn auch nach Kräften, unterlagen dem Klub aus der Mainzer Kante mit 28:33 (14:17).
»Kein Vorwurf ans Team«, resümierte Petterweils Pressesprecher Reinhard Kreft, »aber gegen Mannschaften, die ihre erste Reihe bedenkenlos durch die zweite ersetzen können, reicht´s halt nicht«. TVP-Coach Gebhard Fink sah die neunte Saison-Niederlage ganz ähnlich: »Wir können mit unserem kleinen Kader gegen solche Mannschaften nur dann gewinnen, wenn hinten die Keeper 60 Minuten lang auf hohem Level spielen, und vorne die Chancen zu hundert Prozent genutzt werden«. Beide Faktoren waren gestern Abend vor lediglich rund 200 Zuschauern nicht gegeben, denn erstens bot Torwart Martin Malik nach einer eher schwachen ersten Hälfte lediglich in den zweiten 30 Minuten Überragendes, und zweitens wurde wieder einmal eine ganze Reihe klarer Gelegenheiten nicht genutzt. Und so kam´s, dass die Gastgeber zwar über weite Strecken der Partie ein fast ebenbürtiger Kontrahent waren, jedoch nie in Führung lagen, obwohl sie in drei Spielphasen - 3:3/6., 18:18/33. und 20:20./44. - drauf und dran waren, sich eine solche zu verschaffen. Man hielt gegen, so lange die Kräfte reichten, wobei sich insbesondere Dennis Baier im linken Rückraum, Spielmacher Pierre D´Aveta sowie die rechte Achse mit Heiko Trinczek und Jörn Olbrich gut in Szene zu setzen vermochten. Nieder-Olm begegnete dem Petterweiler Treiben mit Ruhe und Abgeklärtheit. Anders ausgedrückt: Immer dann, wenn der TVP auf Augenhöhe schien, zogen sie die Hebel an und toremäßig davon.
So geschehen ab der 13. Minute: Petterweils Dennis Baier hatte auf 6:7 verkürzen können, da rückten für Nieder-Olm Tino Stumps und zwei Mal Kreisläufer Manuel Pfaff mit drei Treffern in Serie die Verhältnisse wieder gerade. Dieses »Spielchen« zog sich durch die gesamte erste Hälfte und auch knapp 20 Minuten lang durch Abschnitt zwei, den die Fink-Sieben mit Volltreffern zum 16:17 durch Dennis Baier und Heiko Trinczek optimal zu eröffnen verstand. Später dann egalisierte Fabian Neumeier gar zum Ausgleich (20:20), während Pierre D´Avetas erster verwandelter Siebenmeter das 21:22 (46.) erbrachte.
Danach ging´s allerdings bergab, denn Nieder Olmer Tore von Konrad, Stumps, Weitz und Rink zum 21:26-Zwischenstand bedeuteten die Vorentscheidung zugunsten der Pfälzer Truppe, die dann in den letzten zehn Minuten ihr Programm routiniert herunter spulte und das Fünf-TorePolster nicht mehr abgab.
Mal sehen, wie´s jetzt weiter geht. Dem TV Petterweil bleiben vier Wochen Zeit, um neue Kräfte zu tanken, ehe am siebten Januar Phase zwei der Saison 2006/2007 mit der vorgezogene Rückrunden-Partie bei der HSG MühlheimKärlich eröffnet wird.
TV Petterweil: Martin Malik, Oliver Malkmus; Björn Ehmer (1), Hans Self, Fabian Neumeier (1), Jörn Olbrich (5), Pierre D´Aveta (8/3), Uwe Ruhrmann (3), Dennis Baier (6), Rene Lenhardt, Heiko Trinczek (4).
TV Nieder-Olm: Großkurth, Böhm; Schmidt, Pfaff (4), Weitz (4), Herberg (1), Rink (5/2), Konrad (6), Reisinger (3), Stumps (6), Schnell (1), Ickenroth (3).
Schiedsrichter: Luther/Jäger (HV Thüringen)
Zeitstrafen: TVP 6-TVN 6
Siebenmeter: TVP 3/3 - TVN 3/2
Zuschauer: 200. Uwe Born
Wetterauer Zeitung vom Montag, 11. Dezember 2006
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