Lob vom Kontrahenten bringt nicht viel
TV Petterweil unterliegt bei TSG Haßloch 32:34 und schwebt weiterhin in akuter Abstiegsgefahr - Fink: »Sind verpfiffen worden«
Außer Spesen nichts gewesen: Auch der elfte Regionalliga-Spieltag dem TV Petterweil kein Glück, denn nach bereits sieben erfolglosen Saisonauftritten sprang für die Mannschaft von TVP-Coach Gebhard Fink auch im Gastspiel beim bis dato Rangneunten TSG Haßloch nichts Zählbares heraus. Obwohl die gastgebenden Süd-Pfälzer nicht eben ihren besten Tag erwischten und gegen die sehr konzentriert zu Werke gehenden Petterweiler über weite Strecken der Partie Rückständen hinterher laufen mussten, behielten sie am Ende doch noch knapp mit 34:32 (15:16) die Oberhand. »Zweifellos ein glücklicher Sieg«, gab Haßlochs Abteilungsleiter Egbert Best ehrlich zu, »denn das Petterweiler Team war dem Erfolg sehr nahe und hätte eigentlich zumindest einen Punkt mit zurück in die Wetterau nehmen können«.
Komplimente, für die sich Gebhard Fink und seine Leute allerdings nichts kaufen können. Fakt ist: Der hierzulande ranghöchste HandballKlub schwebt in der dritten Liga mit gerade mal fünf Zählern auf der Habenseite nach wie vor in akuter Abstiegsgefahr.
Weshalb die Handballer aus dem Karbener Stadtteil, die ohne Rechtsaußen Heiko Trinczek (Grippe) und Kreisläufer Felix Schneider (Nasenbeinbruch) auskommen mussten, das TSG-Sportzentrum an der Ludwig-Gramlich-Strasse nicht als Sieger verlassen durften, hatte für den Petterweiler Coach vor allem einen Grund: »Ich habe im Handball schon viel erlebt, aber die Art und Weise, wie wir in Haßloch verpfiffen worden sind, spottet jeder Beschreibung«. So seien seiner Mannschaft, die sich ein Gesamtlob verdient habe, nicht weniger als sechs Treffer aberkannt worden, »weil die Schiedsrichter von der Vorteilsregelung keine Ahnung hatten«. Zudem für den Spielausgang entscheidend: Speziell in der Schlussphase förderten unberechtigte Zeitstrafen für TVP-Cracks und nicht geahndete Fouls von TSG-Spielern die Trendwende zugunsten der Pfälzer Truppe über Gebühr, sorgten mit dafür, dass die Gäste aus der Wetterau, die sechs Minuten vor dem Abpfiff noch mit drei Toren (27:30) und wenig später noch mit deren zwei (29:31) vorne lagen, mehr und mehr den Faden verloren. Die Folge dieser ungünstigen Rahmenbedingungen: Vier Haßlocher Treffer in Serie zum 33:31-Zwischenstand beantwortete Dennis Baier zwar mit dem Anschluss-Treffer zum 33:32, doch Bohunicky machte postwendend für die Schüle-Sieben alles klar:
Klar, dass hinterher die Mannen im gelbschwarzen Dress Trübsal bliesen, zumal man 55 Minuten lang führte und zu guterletzt dennoch ausgebremst wurde. Der TVP operierte von Beginn an mit einer höchst effektiven 5:1-Deckung, verschaffte sich bis zur zehnten Minute ein Drei-Tore-Polster (3:6), und ließ sich auch durch die nur noch knappe Pausenführung (15:16) nicht aus dem Konzept bringen. Insbesondere durch Volltreffer von Dennis Baier und Jörn Olbrich, die im linken und rechten Rückraum die Erwartungen voll zu erfüllen verstanden, sowie durch Pierre D´Aveta, den sicheren Siebenmeter-Schützen, hielt der TVP den favorisierten Pfalz-Rivalen in Halbzeit zwei nämlich zunächst auf Distanz, schien angesichts eines permanent komfortablen Vorsprungs (16:19, 17:21) zwei im Abstiegskampf eminent wichtige Punkte mit nach Hause nehmen zu können. Weil jedoch das Schiedsrichter-Gespann in den aus Petterweiler Sicht frustrierenden letzten fünf Spielminuten jegliches Fingerspitzen-Gefühl vermissen ließ, kam´s für Gebhard Fink und seine Leute allerdings ganz anders. Und hinterher herrschte - wer will´s ihnen verdenken - Tristesse pur.
TSG Haßloch: Pagel, Kaiser; Bohunicky (9/3), Tremmel (4), Cerny (6), Christmann, Seelos, Vuletic (1), Zellmer (6), Keiser, Forler (5), Bernhardt, Birgmeier (3).
TV Petterweil: Martin Malik, Oliver Malkmus; Jörn Olbrich (6), Pierre D´Aveta (10/6), Uwe Ruhrmann (4), Fabian Neumeier (4), Björn Ehmer (2), Dennis Baier (5), Hans Self (1), Rene Lenhardt, Maximilian Rautschka, Alexander Koch.
Schiedsrichter: Dähne/Jakob (HV Thüringen)
Siebenmeter: TSG 3/3 - TVP 6/6
Zeitstrafen: TSG 6 - TVP 9
Rote Karte: Hans Self (17.)
Zuschauer: 350. Uwe Born
Wetterauer Zeitung vom Montag, 04. Dezember 2006
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