TV Petterweil verbaut sich ersten Sieg selbst
Wer in den ersten drei Saisonspielen leer ausgegangen ist, der läuft Gefahr, sich im Tabellenkeller zu etablieren. Zweifellos eine Vorstellung, die den Spielern und Verantwortlichen des TV Petterweil überhaupt nicht behagte, aber nach den Start-Niederlagen gegen Vallendar, Mülheim-Kärlich und Irmenach konkrete Formen angenommen hatte. Somit waren für den Wetterauer Regionalligisten die Direktiven vor dem vierten Meisterschaftsduell gestern Abend vor eigenem Publikum gegen den Liga-Neuling TV Hochdorf, der es in der dritthöchsten deutschen Handball-Liga bislang ebenfalls auf noch keinen grünen Zweig gebracht hatte, ziemlich eindeutig: Ein Sieg musste her, egal wie. Hoffnungen, die sich das Team von TVP-Coach Gebhard Fink mal wieder selbst verbaute, denn nach 60 zwar spannenden, aber auf beiden Seiten von jeder Menge Nervosität gekennzeichneten Minuten, in deren Verlauf sich die Gastgeber auf Grund eines Drei-Tore-Polsters (25:22/48.) bereits auf der Siegerstrasse wähnten,
Doch dann reichte es am Ende lediglich zu einem aus Petterweiler Sicht nicht zufrieden stellenden 29:29 (15:13)-Remis. Dabei wäre die Partie um ein Haar überhaupt nicht über die Bühne gegangen. Das Schiedsrichter-Gespann Löthspeich/Schröter (Jena) steckte nämlich im Stau; kam zu spät und pfiff - nachdem sich die Hochdörfer Truppe mit einem Ersatz-Referee nicht einverstanden erklärte - mit einstündiger Verspätung doch noch an. Und es dauerte eine ganze Weile, ehe sich die Mannen im gelbschwarzen Dress auf die durch eine gesunde Portion Aggressivität gekennzeichnete Spielweise der Pfälzer Handballer halbwegs eingestellt hatten. So lag die Fink-Sieben nach elf Minuten mit 5:8 im Hintertreffen, zwei Minuten später mit 6:9 und packte erst ab der 22. Minute (10:11/D´Aveta) mit drei weiteren Toren durch den überragenden Jörn Olbrich (2) und Heiko Trinczek den Umschwung (13:11/27). Ein Zwei-Tore-Polster, das der Wetterauer Regionalligist in die Pause rettete, gleich nach Wiederanpfiff sogar auszubauen verstand (16:13/Baier) und bis zur 48. Minute auch mit hohem kämpferischen Aufwand verteidigte.
Doch dann geschah das, was schon gegen Mülheim-Kärlich und Irmenach zu beklagen war: Anstatt mit Ruhe und Übersicht die restlichen Spielminuten zu kontrollieren, verfiel man in Hektik, erlaubte sich überflüssige Abspielfehler und viel zu hastig abgeschlossene Angriffe.
Die Folge: Hochdorf witterte Morgenluft, glich nach Pierre D´Avetas verwandelten Siebenmeter zum 27:25 für den TVP (53.) durch zwei Volltreffer von Winterhalder und Marcinek bis zur 56. Minute aus (27:27).
Die Schlussphase entwickelte sich zum an Spannung kaum mehr zu überbietenden Krimi: Björn Ehmer (28:27/57.) und erneut D´Aveta (29:28/58.) ließen den Petterweiler Anhang jubeln, doch nutzen sollte es wenig, zumal Marcinek und Julier postwendend egalisierten und der Truppe von Hochdorfs Trainer Norbert Landau doch noch einen kaum mehr für möglich gehaltenen Teilerfolg bescherten.
TV Petterweil: Martin Malik, Oliver Malkmus; Jörn Olbrich (8), Pierre D´Aveta (8/6), Uwe Ruhrmann (1), Fabian Neumeier (1), Björn Ehmer (1), Felix Schneider, Dennis Baier (4), Hans Self, Dirk Pezold (3), Rene Lenhardt, Heiko Trinczek (3).
TV Hochdorf: Thiel, Henkens; Marcinek (6/1), Brahimi, Regenauer, Julier (2), Grugel (3), Ritter, Baumann, Winterhalder (5), Maranic (1), Mrabet (6), Bernhardt (5/3), Sato (1).
Schiedsrichter: Lothspeich/Schröter (HV Thüringen)
Zeitstrafen: TVP 5 - TVH 6
Siebenmeter: TVP 7/6 - TVH 5/4
Zuschauer: 350. Uwe Born
IN ÜBERRAGENDER FORM: Petterweils Jörn Olbrich hat es hier mit den Hochdorfern Peter Baumann (1.) und dem wurfgewaltigen Faiz Mrabet zu tun.
Wetterauer Zeitung vom Montag, 09. Oktober 2006
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