Derbyheld Max von Borstel
TG Friedberg verliert Derby gegen TV Petterweil 21:24
Viele Emotionen auch von der Tribüne, wütende Trainer, Buhrufe gegen einen Spieler, packende Zweikämpfe, zwei starke Torhüter und Spannung bis in die Schlussphase hinein: Das Landesliga-Derby zwischen den beiden besten Wetterauer Handballvereinen TG Friedberg und TV Petterweil bot fast alles, was zu einem packenden Spiel zwischen zwei benachbarten Teams dazugehört; allerdings gab es viele technische Fehler auf beiden Seiten zu sehen . Die Spieler des verdienten Siegers trugen schwarz-gelbe Trikots, denn die Gäste-Mannschaft von Heiko Trinczek hielt die TG mit 24:21 (10:7) in Schach und feierte ausgelassen den zweiten Saisonsieg. Während sich die Friedberger mit bedröppelter Miene beim Publikum bedankten, stimmten die Petterweiler vor den eigenen Anhängern die Laola-Welle an.
Von der ersten Minute merkte man der Partie an, dass es zwischen den beiden nicht gut gestarteten Teams um viel ging. Der TGler Benedikt Ploner bejubelte seine Tore lautstark, Pierre Lange riss beim ersten Petterweiler Tor die Arme in die Höhe, Thorsten Koch wurde wegen vermeintlicher schauspielerischer Einlagen und Provokationen von den treuesten Friedberger Anhänger einige Minuten ausgebuht, Gerhard Koffler machte seine Wut über einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen in Serie gegen die TG zu Beginn der zweiten Hälfte deutlich, und sein Gegenüber Heiko Trinczek platzte auch einmal der Kragen.
Der TV Petterweil verdiente sich den Sieg, weil er nach der 3:2-Führung (7.) diese nicht mehr abgab, mit einer aggressiven Abwehr dem Gegner den Zahn zog und spielerisch die bessere Mannschaft war. Zudem war Maximilian von Borstel mit 14 Paraden der überragende Mann. Er hatte großen Anteil daran, dass die Friedberger nach dem Petterweiler 7:3 (18.) nicht mehr näher als 10:11 (33.) herankam – obwohl ihm sein Gegenüber Radu Balazs kaum nachstand .
TVP-Coach Heiko Trinczek bilanzierte: »Die defensive 5:1-Deckung der TG hat uns gelegen. Wir haben viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Mein Gefühl vor dem Spiel war schon gut, das habe ich beim Einwerfen und in den Augen der Spieler vor der Partie gesehen«.
Friedbergs Trainer Gerhard Koffler wusste, woran es im Spiel seines Teams gehapert hatte. »Die Ausfälle von meinem Sohn Felix und Nico Plattek [Anm. d. Red.: beruflich verhindert bzw. krank], zweier Kreisläufer, konnten wir nicht kompensieren. Die Abläufe im Angriff haben nicht gepasst, das gesamte Spielsystem hat nicht mehr funktioniert. Zudem haben wir zu viele freie Würfe vergeben.« An der Einstellung habe es nicht gelegen, »mit dieser Leistung hätten wir Kastel vergangene Woche geschlagen.« Olsson und Pozgaj hatten am Kreis die beiden Ausfälle nicht adäquat ersetzen können.
Als Friedberg auf 10:11 verkürzte (33.), ließ sich Petterweil nicht beirren und zog auf 15:12 (39.) davon. Näher als zwei Tore kam die TG in der Folge nicht mehr heran, auch weil der TVP das torgefährliche Duo Avemann/Zinnel relativ gut aus dem Spiel genommen hatte. Jonas Kofflers (fünf der sechs Treffer nach der Pause) Tor 85 Sekunden vor Schluss zum 24:20 war die Entscheidung.
TG Friedberg: Balazs; Olsson, Zinnel (4), Ploner (3), Schmidt, Petrosanec (4), Jakobi (1), Kinski (1), Avemann (7/2), Pozgaj.
TV Petterweil: Von Borstel; Trouvain, Neuhalfen, Thorsten Koch (2), Witzel (2), Pfeiffer, Flach, Dänner (5/1), Jonas Koffler (6), Lange (3), Thomer (1), Hitzel (2), Ehmer (3).
Steno: Schiedsrichter: Michael Hohm, Sascha Petry. –
Strafminuten: 6:6. –
Siebenmeter: 2/2:2/1. –
Zu.: 400. Michael Wiener
Wetterauer Zeitung vom Montag, 17. Oktober 2016
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