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Halle soll besser nutzbar werden

Zweiter und dritter Bauabschnitt an Petterweiler Sporthalle stehen an – Anbau sichert Handball-Ligabetrieb

Derzeit herrscht zwar Ruhe, doch bald soll es mit der Sanierung der Sporthalle Petterweil weitergehen. Dagegen regte sich Kritik, doch der TV Petterweil sagt deutlich: Wir brauchen diese Sanierung!

Von Dennis Pfeiffer-Goldmann

Fahl scheint die Frühlingssonne durch die Fenster. Die stickige Luft ist erfüllt vom Rufen der Kinder der Grundschule, die gerade Sportunterricht haben, und vom Quietschen ihrer Sohlen auf dem Boden. Schön warm ist es für die Schüler in der Sporthalle Petterweil. Es lässt sich ahnen, wie warm es wird, wenn samstags und sonntags hier die Ligaspiele im Handball laufen. Und sich zu den Spielern noch bis zu 450 lärmende Besucher auf der Tribüne gesellen.

Ihr Mütchen will die Stadt künftig wenigstens ein bisschen abkühlen: Die neue Lüftungsanlage für die Halle soll in diesem Jahr eingebaut werden, berichtet Wirtschaftsstadtrat Otmar Stein (CDU). Das wird ein Teil des zweiten Sanierungsabschnitts werden (siehe "Zum Thema"). Dessen größter Posten wird aber ein Anbau sein. Gegen den hatten sich zuletzt die Grünen zu Wort gemeldet – ob es nicht auch ohne ginge, zum Beispiel mit einer mobilen Bewirtungslösung für die Handball-Zuschauer.

"Wir brauchen diesen Anbau", hält Marcus Poggenpohl, der Vizevorsitzende des TV Petterweil, dagegen. Der Verein ist Hauptnutzer der Halle – aber beileibe nicht der einzige. "Vormittags ist sie komplett von der Schule belegt." In den übrigen Zeiten trainieren auch die Faustballer des TV Rendel dort sowie im Winter die VfB-Fußballer. So müssen die rund 860 Mitglieder des TVP, etwa je zur Hälfte Handballer und Turner, die übrigen Zeiten optimal ausnutzen, bis spät in den Abend.


Cafeteria droht Schließung

Wenn samstags und sonntags dann Handballspiele in der Halle laufen, zeigt sich, wie sehr der Verein auf den Anbau angewiesen ist: Am Eingang ist kaum Platz, zwei kleine Toiletten reichen für die bis zu 450 Zuschauer nicht aus. "Katastrophal" sei das, findet Harald Kirch, Technischer Leiter des städtischen Immobilienbetriebs Kim.

Richtig problematisch ist die Cafeteria: in einem Geräteraum untergebracht und nur übers Spielfeld erreichbar. In jeder Spielpause muss der Hallensprecher darauf hinweisen, dass Speisen und Getränke darüber getragen werden dürfen.

Bei der Nutzung drücke die Baubehörde des Kreises derzeit nur ein Auge zu, weil schnell Abhilfe geschaffen werden solle, erklärt Marcus Poggenpohl. "Sonst machen sie uns das Ding dicht." Verzichten aber kann der Verein auf die Cafeteria nicht: Weil die Zuschauer Verpflegung erwarten und weil sie eine Einnahmequelle ist, um halbwegs die Betriebskosten zu decken.

Ein Anbau soll Abhilfe schaffen: An der Nordwestecke der Halle zur Sauerbornstraße hin sollen ein Foyer, neue WCs sowie eine neue Cafeteria entstehen. Alles in allem mit vielleicht dreimal so viel Fläche wie die heutige Cafeteria. Mit einer Ecke schirmt der Anbau den Eingang geschickt ab, sodass weniger Lärm zu den westlichen Nachbarn dringe. "Von dort gab es immer wieder Beschwerden", erklärt Stadtrat Stein. Weshalb auch die mobile Cafeteria-Lösung der Grünen mit Zelt oder Bierpils nicht realisierbar sei.

Mehr Ruhe soll es für die Nachbarn auch geben, wenn nächstes Jahr die großen Glasflächen an Front- und Rückwand der Halle ersetzt werden. Das neue Spezialglas dämme den Schall besser, erläutert Harald Kirch.


TV-Mitglieder packen an

Dank der neuen Lüftung müssten Fenster nicht mehr geöffnet werden. Damit die Fans nicht mehr so lautstark gegen die Fenster schlagen, soll die darunter verlaufende Mauer um einen halben Meter erhöht werden, kündigt TVP-Vize Poggenpohl an. Überhaupt lege die Stadt Wert auf Wirtschaftlichkeit: Die Kosten seien auf knapp zwei Millionen Euro gedeckelt, erinnert Stadtrat Stein. "Damit kommen wir auch hin." Dabei will der TVP helfen: Entkernungsarbeiten übernehmen Mitglieder in Eigenleistung, auch die Einrichtung des Anbaus zahlt der Verein selbst. 50 000 Euro kommen so zusammen.

Wenn der Anbau fertig ist, will der TVP für ihn Miete an die Stadt zahlen. "Wir haben dort ja Einnahmen", sagt Marcus Poggenpohl. Dass die Stadt endlich die 38 Jahre alte Halle saniert, ist Geschenk genug. "Es wurde höchste Zeit."


Bad Vilbeler Neue Presse vom Freitag, 30. März 2012

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