Rang drei ist für TVP drin

Petterweil in Lauerstellung — Wiesbaden/Hüttenberg II im Duell

Natürlich war eine Menge Tiefstapelerei dabei, als Detlef Ernst vor Rundenbeginn von Abstiegskampf seines TV Petterweil in der Handball-Landesliga Mitte sprach. »Erst einmal müssen wir die Punkte holen, die den Klassenerhalt sicherstellen«, meinte der sympathische Trainer. Wie in jedem Sommer möchte Ernst die Erwartungshaltung nicht zu hoch halten. »Mit dem Aufstieg«, sagt der Übungsleiter, »haben wir in diesem Jahr nichts zu tun.« Mit dieser Aussage hat er recht, denn in der Landesliga Mitte hat sich nach dem neunten Spieltag eine klare Tendenz bereits abgezeichnet. Eintracht Wiesbaden ist der Aufstiegsfavorit. Der TV Hüttenberg II ist so etwas wie der Herausforderer und in Lauerstellung. Sonst ist keinem Team der große Coup Oberliga-Aufstieg ernsthaft zuzutrauen. Auch nicht dem TVP, der allerdings bei einem optimalen Saisonverlauf damit rechnen kann, unter die ersten fiinf Mannschaften zu rutschen und bestenfalls den dritten Platz zu belegen.

Petterweil hat sich stabilisiert, spielt konstant und profitiert von einer guten Mischung aus erfahrenen Spielern wie Martin Peschke und Talenten wie Keeper Sven Wassberg, der von Helmut Michalke herangeführt werden soll. Alles im Lot bei den Wetterauern, die mit 12:6 Punkten gegenwärtig den vierten Platz belegen.

Das Maß aller Dinge ist die Eintracht aus Wiesbaden, die sich selbst freilich nicht als Aufstiegsfavorit sieht, doch automatisch zu eben jenem solchen bei der Betrachtung der Mannschaftsstruktur wird. Der Ex-Wallauer Luis Gabo auf Rückraum-Mitte ist ein feiner Techniker, den man in der Landesliga in dieser Form vergebens sucht. Yakub Kaplan und Dimitri Warakuta sind weitere Namen, die für Landesliga-Handball der Extraklasse stehen. Mit dieser Routine und dem unglaublichen Vereins-Feedback dürfte die Eintracht bis zum Schluss ganz oben mitmischen. Bis dato hat die Mannschaft erst einen Verlustpunkt verzeichnet.

Und zwar beim ärgsten Konkurrenten TV Hüttenberg II. Die Mannschaft von Trainer Axel Spandau ist jung, dynamisch und erfolgshungrig Allerdings ist gerade die Jugend ein Faktor, der zum Problem werden könnte. Denn diese hat auch hin und wieder negative Auswirkungen wie Unkonstanz. »Daran müssen wir arbeiten. Ich sehe uns schon in der Lage, bis zum Saisonende mitzuhalten. Meiner Meinung nach verliert Wiesbaden das Rückspiel in Petterweil und gegen uns. Sonst gewinnen die alles. Jetzt ist nur noch die Frage, ob wir Spiele verlieren«, sagt Spandau mit einer Mischung aus Optimismus und Realismus.

Auch im Abstiegskampf sind klare Tendenzen erkennbar. Die TSF Heuchelheim belegt mit 0:18 Punkten den letzten Platz und wird aller Voraussicht nach von der Oberliga bis in die Bezirksoberliga durchgereicht. Mannschaften wie Kronberg, Idstein und Goldstein werden es ebenso schwer haben, die Klasse zu halten. Auch die HSG Dilltal, die sich kürzlich von Trainer Andreas Klimpke trennte, muss sich den Klassenerhalt als Ziel vornehmen.
Jan M. Strasheim


Wetterauer Zeitung vom Freitag, 18. November 2011

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