Aufstiegskampf pur in Launsbach

Welche Faktoren geben im absoluten Spitzenspiel der Petterweiler den Ausschlag?

(jms) Aufstiegskampf in seiner reinsten Form bekommen die Zuschauer in Launsbach am Samstagabend ab. 20 Uhr geboten, wenn Landesliga-Spitzenreiter HSG Wettenberg auf den direkten Verfolger TV Petterweil trifft. Seit dem vergangenen Wochenende und dem knappen 22:21-Sieg bei der HSG Anspach/Usingen rangieren die Mittelhessen mit einem Zähler vor dem ärgsten Konkurrenten aus der südlichen Wetterau, der nicht nur das Spiel gegen Ober-Eschbach mit 25:29 verlor - sondern auch die Tabellenführung.

In Wettenberg macht sich derweil dieser Tage eine Mischung aus Anspannung und Lockerheit breit, wie HSG-Shooter Sascha Puhl erklärt: »Unserem Trainer Ecky Mack ist deutlich anzumerken, dass er uns in die Oberliga führen möchte. Er hat die Zügel im Training angezogen. Bei uns herrscht aber trotzdem eine Lockerheit wie schon lange nicht mehr. Denn wir hatten ja das Saisonziel Platz fünf bis sieben ausgegeben. Das, was jetzt passiert, ist natürlich klasse und für uns alle eine Riesenchance. Wir haben keinen besonderen Druck.« Die jungen HSG-Spieler geben sich bewusst zurückhaltend. So will Puhl trotz der »Pole-Position« und des Heimrechts nichts von der Favoritenrolle wissen: »Ich denke, dass Petterweil leicht favorisiert ist. Die haben uns in den vergangenen drei Spielen immer knapp geschlagen.«

In der Wetterau nimmt man diese zurückhaltenden Töne mit einem Lächeln auf. Petterweils Co-Trainer Markus Lange kontert: »Wir gehen natürlich nicht ohne Chancen in das Spiel. Aber ganz sicher nicht als Favorit. Ich sehe die Chancen in solch einem Spiel immer bei 50:50. Da spielen viele Faktoren eine Rolle. So wird die Schiedsrichterleistung ebenso ausschlaggebend sein wie die Leistung der Torhüter oder die Tagesform generell. Nachdem uns Eckhard Mack nach unserer Niederlage in Hüttenberg ausgezählt hat, wollen wir uns natürlich besonders gut verkaufen.«

Während Wettenberg vor allem auf die Jugend setzt, haben die Petterweiler eine sehr erfahrene Mannschaft mit ehemaligen Regionalligaspielern wie Jörn Olbrich oder Martin Peschke, die jeweils eine bärenstarke Rolle in der Landesliga Mitte spielen. In Wettenberg baut man in erster Linie auf die mannschaftliche Geschlossenheit. »Das ist unsere größte Stärke. Hier ist der eine für den anderen da, auch wenn es mal nicht so läuft. Das zeichnet uns aus«, sagt Puhl.

TVP-Rückraumspieler Kai Hardt nimmt diese Attribute auch für sein Team in Anspruch: »Wir sind auf dem Platz ein Team und haben auf der Bank gute Alternativen. Wenn man beide Mannschaften von Position zu Position vergleicht, fällt die Ausgeglichenheit ins Auge. Vielleicht haben wir mit Martin Peschke auf der Mitte leichte Vorteile. Im Tor sind beide Teams stark besetzt. Meiner Meinung nach wird diese Position am Samstag den Ausschlag geben. Ein klarer Vorteil für Wettenberg ist der Heimvorteil.« Mindestens 600 Fans werden am Samstag um 20 Uhr in die Sporthalle der Gesamtschule Launsbach pilgern und die Halle in einen Hexenkessel verwandeln. Aufstiegskampf pur eben.


Wetterauer Zeitung vom Freitag, 06. Mai 2011

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