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TSV-Schlussspurt kommt zu spät

Gastgeber gleichen beim 28:28 erstmals aus, doch Pierre Lange schlägt per Siebenmeter zurück

(pv/mn/mw) Nach 60 Minuten Spielzeit fehlte dem TSV Griedel nur eine einzige Sekunde zum Punktgewinn. Marvin Grieb war nach einem Freiwurf (59:57 Minuten) zum Abschluss gekommen, als sein Ball die Torlinie überquerte, hatten die Unparteiischen die Partie allerdings schon beendet. Mit 29:28 entführte der TV Petterweil vor rund 200 Zuschauern in der Butzbacher August-Storch-Halle im Derby der Handball-Landesliga beide Zähler in den Wetterauer Süden. Mit einer Ausnahme (beim 28:28 - 59:14 Minuten waren da gespielt) hatte die Mannschaft von Heiko Trinczek stets in Führung gelegen, zwischenzeitlich sogar mit sechs Treffern.

Martin Peschke hatte mit sieben Toren die Gäste auf die Siegerstraße geführt und wurde dann mit konsequenter Manndeckung aus dem Spiel genommen. Überzeugen konnte zudem Torwart Helmut Michalke. In den Reihen der Gastgeber verdiente sich einmal mehr Ziad Rejab die Bestnote — insbesondere seine Anspiele an den Kreis waren ein Leckerbissen für die Zuschauer.

Heiko Trinczek war nach der Partie erleichtert, es war sein dritter Sieg im dritten Spiel als Petterweiler Trainer. »Das war nervlich eine Höchstbelastung. Die Moral stimmt, wir haben mit unserem Kampfgeist die zwei Punkte geholt«, sagte Trinczek, dem selbst nach dem 28:28 nicht bange um den Sieg war. »Der Ausgleich kann ein Knackpunkt sein. Aber bei uns haben alle Leute mitgedacht. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir das Spiel aus der Hand geben«. Zwar habe man handballerisch nicht über 60 Minuten überzeugt und Defizite im Spielaufbau bei der Griedeler Umstellung auf eine 5:1- oder 4:2-Deckung Deckung gezeigt. »Daran werden wir noch arbeiten«.

Der TSV Griedel hatte die Anfangsphase völlig verschlafen und musste die gesamte Partie diesem (zwischenzeitlichen 4:10)-Rückstand hinterherlaufen. Das Team von Ergün Sahin betrieb einen hohen Aufwand, wurde für die technischen Fehler allerdings bestraft und ließ auch in Überzahl-Situationen die nötige Effektivität vermissen. Erst nach einer Auszeit brachten die Gastgeber Ruhe in ihre Aktionen, verkürzten auf 8:10 (20.) und hielten auch zum Seitenwechsel Anschluss (11:13).

Petterweil hielt die Hausherren bis in die Schlussphase hin stets mit zwei bis drei Treffern auf Distanz. Marvin Grieb läutete mit seinem Tor zum 22:23 schließlich eine spannende Schlussphase ein. Petterweil legte vor, Griedel verkürzte. 80 Sekunden vor dem Ende erhielten die Hausherren eine Zeitstrafe, kamen aber durch einen Siebenmeter von Michel Stolpe erstmals zum Ausgleich. In Überzahl übernahm Petterweil durch einen Siebenmeter von Pierre Lange 19 Sekunden vor dem Ende erneut die Führung. Beim letzten Vorstoß lief den Gastgebern die Zeit davon.
Griedel stand nach großem Kampf mit leeren Händen da. In Schlüsselsituationen machten es die Butzbacher Vorstädter dem Gegner durch leichte Fehler in Abwehr wie Angriff dem Gegner zu einfach.

TV Petterweil: Michalke, von Borstel; Peschke (7), Alexander Koch (1), Thorsten Koch (2), Weis (3), Scherrer (4), Rautschka, Schneider (3), Lange (6/4), Thomer (2), Koffler (1), Trouvain.

TSV Griedel: Bonn, Finholdt; Rejab (8/1), Müller (1), Weiß (4), Scheurich, Bambey (1), Leister, Grieb (4), Stolte (7/5), Lingenberg (2), Kipp (1), Schepp, Hafer.

Steno:
Schiedsrichter: Haltrich/Zecher (SG Egelsbach).
Zeitstrafen: 10:16 Minunten.
Rote Karte: Bambey (60.).
Siebenmeter: 7/6 — 5/4.
Zuschauer: 200.


Wetterauer Zeitung vom Montag, 18. November 2013

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