Himmlische Nachrichten in der »Hölle der Pfalz«
Beim TV Petterweil ist der Etat auch in der nächsten Saison »gedeckt«. Respektables 26:26-Remis beim TV Offenbach erkämpft
Gebhard Fink hatte vor den letzten drei Pflichtspielen die Messlatte ziemlich hoch gelegt: Um die Position in der Regionalliga-Spitzengruppe (derzeit Platz vier) nicht zu gefährden, seien, so der Petterweiler Coach, vier Punkte aus den Partien gegen Offenbach/Pfalz, Wallau/Massenheim II und Nieder-Olm wohl zwingend erforderlich. Teil eins dieses Postulats, nämlich das schwierige Auswärtsmatch beim Rangsechsten TV Offenbach/Pfalz möglichst unbeschadet zu überstehen, setzten die Handballer aus dem Karbener Stadtteil gestern Abend immerhin zur Hälfte um, denn nach einem abwechslungsreichen und auf hohem Niveau stehenden Regionalliga-Fight sprang für die Fink-Sieben ein respektables 26:26 (14:12)-Remis heraus. »Ein Resultat, das den Darbietungen hüben wie drüben vollauf gerecht wurde und unsererseits als Ergebnis einer geschlossenen Mannschaftsleistung angesehen werden kann«, gab sich der Petterweiler Übungsleiter mit dem Teilerfolg durchaus zufrieden.
Fast noch wichtiger als das dritte Saisonremis im 28. Meisterschaftsspiel: Auch in der kommenden Saison wird der TV Petterweil auf der Regionalliga-Bühne zu finden sein. Wirtschaftliche Sorgen, die in den vergangenen Wochen für nicht eben positive Schlagzeilen gesorgt und die weitere Petterweiler Regionalliga-Zugehörigkeit in Frage gestellt hatten, sind nämlich vom Tisch. »Der Etat ist gedeckt, wir werden auch nächste Runde über einen spielstarken Kader verfügen«, machte TVP-Team-Manager Reinhard Kreft allen Spekulationen über monetäre Probleme beim hierzulande ranghöchsten Handball-Verein ein Ende.
In der Offenbacher Sporthalle, auch »die Hölle in der Pfalz« genannt, beabsichtigten rund 550 enthusiastisch mitgehende Fans, ihr Team, also die gastgebende Offenbacher Truppe, nach vorne zu peitschen. Doch die ohne Andrej Shimonjenko und Dennis Baier (Grippe) angetretenen Petterweiler ließen sich nicht aus der Ruhe bringen, agierten hinten konsequent und vorne - trotz zuweilen auftretender technischer Fehler - recht abgebrüht. Jedenfalls gelang es der Offenbacher Sieben nur einmal, in der 25. Minute, sich ein Vier-Tore-Polster (12:8) zu verschaffen, das bis zur Pause auf deren zwei (14:12) zusammen geschmolzen war. Später dann legten die TVP-Cracks gar noch einen Zahn zu, glichen nach 35 Minuten zum 15:15 aus und schickten sich an, vollends die Initiative an sich zu reißen.
Acht Minuten vor Feierabend gab's für die Offenbacher Fans angesichts des 22:25-Rückstands jedenfalls nichts mehr zu jubeln, ehe zwei Zeitstrafen für zwei der stärksten TVP-Spieler, Kreisläufer Sebastian Weber und Rückraum-Scharfschütze Ziad Rejab, eine erneute Wende brachten (25:25/57.). Die Schlussphase bot Nervenkitzel pur: Petterweil legte durch Philip Deinet erneut vor, Herle glich 14 Sekunden vor dem Abpfiff aus - 26:26, beide Mannschaften durften sich über je einen Zähler freuen.
TV Offenbach/Pfalz: Kutun, Deutzer; Herle (5), Thorsten Scheurer (6), Sliwa (1), Böttche (1), Eisele (3), Roth (2), Jochen Scheurer (1), Christoph Scheurer, Morio (7/2), Gernsheimer.
TV Petterweil: Martin Malik, David Reimann; Jörn Olbrich (6), Ziad Rejab (7/3), Alexander Fetzer (2), Felix Schneider, Sebastian Weber (5), Philip Deinet (5), Jens Ruppert, Heiko Trinczek (1), Johannes Lässing.
Schiedsrichter: Klassen/Jost (HV Saar)
Zeitstrafen: TVO 5 - TVP 6
Siebenmeter: TVO 4/2 - TVP 5/3
Zuschauer: 550 Uwe Born
Wetterauer Zeitung vom Montag, 25. April 2005
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