index.php TV 1860 Petterweil - Handball

Gebhard Fink: »Ein hartes Stück Arbeit«

TV Petterweil besiegt HSG Mülheirn/Kärlich 29:27 - Spektakuläre Szenen und hohen kämpferischen Einsatz gezeigt

Wer da dachte, Spieltag Nummer neun würde für die Handballer des TV Petterweil eine der leichteren Übungen werden und mit einem deutlichen Sieg enden, der wurde gestern Abend in der Sporthalle an der Sauerbornstrasse eines Besseren belehrt: Zwar behielt die Mannschaft von TVP-Coach Gebhard Fink gegen den Rangzwölften, die HSG Mülheim/Kärlich, mit 29:27 (17:14) die Oberhand, doch ganz so einfach, wie man es vorher allenthalben erwartet hatte, war's für den Wetterauer Regionalligisten denn doch nicht. Vielmehr entwickelte sich ein von Beginn an packender Fight mit etlichen spektakulären Szenen, aber auch eine recht rustikale Partie, in der hüben wie drüben gewiss nicht zimperlich zur Sache gegangen wurde. 20 Zeitstrafen - elf für die Fink-Sieben und neun für die Gäste aus der Koblenzer Kante - verdeutlichen jedenfalls auch ein hohes Maß an kämpferischem Einsatz. »Ein hartes Stück Arbeit«, atmete Gebhard Fink hinterher erst mal tief durch, und sein Co-Trainer Alexander Fetzer wusste ganz genau, weshalb sich die in der Offensive ungemein starken Mülheimer partout nicht abschütteln lassen wollten.

»Die Anzahl unserer technischen Fehler war zu hoch«, sagte Fetzter nach dieser spannungsgeladenen Begegnung vor nahezu vollem Haus in der Sauerbornstraße. Petterweils Team-Chef Reinhard Kreft sah es ganz ähnlich: »Im Angriff haben wir uns nicht immer so verhalten, wie es eigentlich hätte sein müssen. Zum Glück waren unsere Keeper David Reimann und Martin Malik gut drauf und haben mit etlichen Glanzparaden den Gästen zuweilen den Wind aus den Segeln genommen«. Neben den Torleuten beim TVP ganz stark: Jörn Olbrich und Dennis Baier auf den beiden Halb-Positionen im Rückraum.

Vor rund 450 Zuschauern verdeutlichte bereits die Anfangsphase, dass die Mülheimer nicht gewillt waren, sich von den Cracks im gelbschwarzen Dress die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Philip Deinets Eröffnungs-Goal sollte nämlich für lange Zeit die einzige TVP-Führung gewesen sein. Genauer gesagt bis zur 18. Minute (10:9 durch Andrzej Korus), und Jörn Olbrich setzte mit seinem Volltreffer zum 11:9 gleich noch einen drauf. Ziad Rejabs verwandelter Siebenmeter erbrachte das erste Drei-Tore-Polster der Gastgeber (15:12/27.), während kurz vor der Halbzeit Dennis Baier zum 17:13-Zwischenstand in die Vollen traf. Auch Jörn Olbrichs Tor gleich zu Beginn der zweiten 30 Minuten (18:14) brachte aus Petterweiler Sicht nicht den entscheidenden Durchbruch, denn für Mülheim verkürzten der starke Pierre D'Aveta (2) sowie Albrecht binnen drei Minuten auf 18:17. Danach ging's Schlag auf Schlag: Immer dann, wenn sich der TVP mit zwei Treffern absetzen konnte, zog Mülheim/Kärlich prompt nach. Erst Heiko Trinczeks toller Trick von Rechtsaußen, Olbrichs energischer Tempogegenstoß und Philip Deinets knallharter Wurf aus der Distanz ließen zwischen der 51. und 55. Minute den Kontrahenten, der dadurch mit vier Toren (27:23) im Hintertreffen lag, wanken. Andrzej Korus gelang zwei Minuten vor dem Abpfiff das spielentscheidende 29:25, so dass die abschließenden Mülheimer Treffer von Bechtel und Kühn zum 29:27-Endstand aus Petterweiler Sicht nicht mehr negativ ins Gewicht fielen. Fazit: Der TV Petterweil hat sich mit dem vierten Sieg in Serie zunächst in der Regionalliga Spitzengruppe etabliert. Ein Freibrief, dass dies auch so bleiben wird, bedeutet Saisonerfolg Nummer sechs jedoch noch nicht.

TV Petterweil: Malik, Reimann; Olbrich (8/1) Rejab (6/3), Trinczek (1), Fetzer, Korus (3) Schneider (1), Ruppert, Deinet (5), Baier (5), Shimonjenko.
HSG Mülheim/Kärlich: Häring, Hoffend; Kühn (7/1), Albrecht (3), Schäfer (2), Christian Sauer (1), Marco Sauer (1), D'Aveta (7/2), Räder (1), Bechtel (4), Knittel (1), Kirstges.

Schiedsrichter: Kaiser/Schmitz (Karlsruhe)
Zeitstrafen: TVP 11 - HSG 9
Rote Karte: Knittel (35.). –
Siebenmeter: TVP 4/4 - HSG 4/3
Zuschauer: 450.


Wetterauer Zeitung vom Montag, 08. November 2004

Im PDF-Format anzeigen - Direktlink