Wetterauer Sportehrenpreis Edmund Peschkes Einsatz ist eine runde Sache

27.11.2017 Von NIKLAS MAG


Seit 1970 lebt Edmund Peschke im Karbener Stadtteil Petterweil. Die Liebe zum Handball hat ihn einst hierher geführt – und ihn bis heute nicht mehr losgelassen. Der 70-Jährige engagiert sich auch nach seiner Zeit in der ersten Mannschaft weiter im Verein. Dafür soll Karbens „Mister Handball“ in der kommenden Woche den Sportehrenpreis des Wetteraukreises erhalten


Karben. 

„Im TV 1860 Petterweil wird seit 88 Jahren Handball gespielt“, weiß Edmund Peschke. Seit 1970 ist er im Verein, zuvor hat der passionierte Handballer noch in Niederrad gewohnt und gespielt. „Wir hatten öfter Auswärtsspiele in Petterweil und mir gefiel die Kameradschaft unter den Karbener Handballern. Deshalb bin ich schließlich zum TV 1860 Petterweil gewechselt und hier her gezogen“, erinnert sich Peschke. In Petterweil habe er auch seine Frau kennengelernt. „Nach meiner Zeit in der ersten Mannschaft habe ich dann irgendwann zum Schiedsrichter umgesattelt, das war 1974“, überlegt Peschke während hinter ihm das Training der Damenmannschaft beginnt.

„Ab 1972 war ich als Schriftführer im Vorstand aktiv, seit 1985 bin ich Jugendleiter“. Die Jugendarbeit des Vereins sei damals bereits gut gewesen, das sei heute immer noch so. „Wobei es natürlich schwieriger geworden ist, Nachwuchs in den Verein zu holen. Aber das geht momentan ja jedem Verein so“, bedauert Edmund Peschke. Dabei sei der TV 1860 Petterweil etwas Besonderes: „Alle, die jemals hier gespielt haben und noch spielen, schwärmen geradezu von der Kameradschaft im Verein“, weiß Peschke.

Bau in Eigenregie

Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm der Bau des Vereinsheims. „Das haben wir in Eigenregie und alle gemeinsam gemacht.“ Seit 30 Jahren betätigt sich Peschke nun als Zeitnehmer am Feldrand bei Handballspielen und als Protokollant. „Das ist eine spannende Aufgabe“, sagt er. Bereits seit 20 Jahren betreut Karbens „Mister Handball“ die Spieltechnik. „Wir haben aktuell 14 Handballmannschaften und für jede muss der Spielplan am Anfang der Saison erstellt werden. Da wir nur diese Halle hier haben, ist es wirklich schwierig, alle Heimspiele unter einen Hut zu bringen, ohne, dass es terminliche Probleme gibt“, schildert Peschke.

Der Verein verfügt momentan über eine erste, eine zweite und eine Damenmannschaft sowie zahlreiche Jugendteams. „Da ist von der A-Jugend bis zu den Minis alles abgedeckt.“ Besonders sei auch, dass die Handballspieler allesamt zum Großteil in Petterweil leben, auch die der ersten Mannschaft. „Wir versuchen, die Lust auf Handball am Laufen zu halten. Deshalb wollen wir schon Kinder in den Mini-Mannschaften für den Sport begeistern.“ Eine der Mini-Mannschaften bestehe gar aus 20 Kindern.

Für sein langjähriges Engagement im Verein soll Edmund Peschke an diesem Donnerstag den Sportehrenpreis des Wetteraukreises erhalten.

Anruf vom Landrat

„Ich bin Ehrenmitglied des TV und den Ehrenbrief des Landes Hessen habe ich auch schon erhalten“, erwähnt er. Landrat Joachim Arnold (SPD) habe ihn angerufen: „Ich dachte erst, das sei ein Scherz“, sagt Peschke und lacht.

Arnold selbst hat auch lange Handball gespielt, deshalb habe er ihm gesagt, dass es ihn persönlich sehr freue, dass ein Handballer diesen Preis in diesem Jahr bekomme. „Meine Arbeit im Verein möchte ich so lange weitermachen, wie es geht“, kündigt der Petterweiler an. Schließlich habe er mittlerweile auch zahlreiche Kontakte in die Welt des regionalen Handballs und im Verein kenne ihn ohnehin jeder.

„Wenn jemand hier ein Problem hat, kommt er erstmal zu ’Onkel Ede’", freut sich Edmund Peschke. Seine ganze Familie ist mittlerweile im Ort Petterweil und auch im Verein tief verwurzelt.

Tochter Daniela hat früher in der Turnabteilung des Vereins getanzt und Sohn Martin hat über zehn Jahre in der ersten Mannschaft gespielt und war Toptorjäger. Und Peschkes sechsjähriger Enkel Cedric, der ist bei den Minis aktiv.