TVP kritisiert Sportentwicklungsplan
Wiegand: »In wichtigen Bereichen misslungen« - Ideen der Arge Sport stoßen bei SPD auf Zustimmung
Karben (koe/pm). Für in wichtigen Bereichen misslungen hält der Turnverein Petterweil (TVP) den Sportentwicklungsplan, den das Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung Stuttgart (IKPS) für die Stadt erstellt hat. Dies fänden laut TVP auch eine weitere Reihe von Sportvertretern, wie der 1. Vorsitzende des TVP, Werner Wiegand, schreibt. Er hält es für nötig, erst einmal zu eruieren, ob Sportvereine ein Fitnesscenter überhaupt anstreben, oder ob sie zu dem Ergebnis kommen, dass es gar nicht gewollt beziehungsweise zu stemmen ist.« Trotz massiver Kritik aus den Reihen des Sports vertrete die zuständige Firma von Anfang an ein klar definiertes Ziel und würde dies, so Wiegand, umsetzen.
Des Weiteren beanstandet der Vorsitzende den Punkt Hallenkapazitäten des Sportentwicklungsplans. Die Stadt schneide bei den überdachten Flächen zwar etwas schlechter ab als andere Kommunen. Hallenkapazität könne durch die Einbeziehung bisher nicht sportlich genutzter Räume frei werden, hieß es bei der Vorstellung des Sportentwicklungsplans im September vergangenen Jahres. Dazu Wiegand: »Die Auffassung der Entwickler, dass kein zusätzlicher Hallenbedarf besteht, sieht eine Reihe von hallennutzenden Vereinen ganz anders.« Der Vorsitzende des TVP hofft, dass »es der Politik gelingt, sich sachorientiert den Notwendigkeiten des Sports zu widmen«.
Der Turnverein Petterweil (TVP) ist der älteste und drittgrößte Sportverein in Karben. Dem Thema Sportentwicklungsplan hatte sich in der vergangenen Woche die Arge Sport um Martin Menn, Udo Rohwedel und Jörg K. Wulff angenommen (die WZ berichtete).
Zu den Ideen der Arge äußert sich jetzt auch die Karbener SPD mit den Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl Thomas Görlich, Christel Zobeley und Jochen Schmiit. »Nur attraktive sportliche Angebote ziehen Menschen an und machen die Vereine für die Zukunft überlebensfähig«, stellt Fraktionschef Görlich klar. »Wir sehen; vor welchen gewaltigen Aufgaben die Vereine in unserer Stadt stehen. Denn leider sind immer weniger Menschen bereit, eine ehrenamtliche Aufgabe im Vorstand eines Vereins zu übernehmen, gleichzeitig steigen aber die Anforderungen an eine Vereinsführung immer weiter an«, so Zobeley.
Darüber hinaus stünden die Vereine immer mehr unter dem Konkurrenzdruck der gewerblichen Anbieter im sportlichen Bereich, meint Schmitt. Vereine müssten sich deshalb stetig weiterentwicklen, um attraktiv zu bleiben. Die von der Arge Sport in der vergangenen Woche gemachten Überlegungen zur Fortentwicklung des Angebots in Karben wollen die Sozialdemokraten aufnehmen. »Wir müssen gemeinsam mit den Sportvereinen eine Weichenstellung vornehmen, die eine Zukunft für die Vereine in der Stadt sichert«, macht Görlich deutlich.
Die Sozialdemokraten kritisieren in ihrer Pressemitteilung die ablehnende Haltung der Regierungskoalition aus CDU, FW und FDP als nicht zielführend. Koalitionsvertreter hätten gegenüber der Presse deutlich gemacht, dass es eine finanzielle Beteiligung der Stadt hinsichtlich neuer Sportstätten nicht geben wird. »Solche Aussagen zu treffen ist falsch«; heißt es vonseiten der SPD: »Ein vielfältiges sportliches Angebot setzt auch die entsprechenden Räumlichkeiten voraus. Es kann nicht der richtige Weg sein, dass sich die Stadt von Anfang an aus einer solchen Diskussion mit dem Kostenargument herauszieht«, so SPD-Chefin Zobeley.
Nach Ansicht der Sozialdemokraten gäbe es vielfältigeModelle, wie auch neue Sportstätten bei klammer Finanzlage der Kommune finanziert werden können, beispielsweise durch die Zusammenarbeit mit einem privaten Investor, was jedoch sorgfältig geprüft werden müsse.
»Wir wollen daher nach der Kommunalwahl gemeinsam mit der Arge Sport kreative Lösungen - ohne Denkverbote - finden«, so die drei Spitzenkandidaten abschließend.
Wetterauer Zeitung vom Freitag, 28. Januar 2011
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