»Mr. Handball« Edmund Peschke ausgezeichnet

Von Michael Nickolaus

Edmund Peschke hatte viele Hände zu schütteln an jenem Abend. Handball-Freunde aus Petterweil waren zu Dutzenden der Einladung nach Friedberg gefolgt. Die aktiven Herren ebenso wie die Frauen-Mannschaft, ehemalige Teamkollegen ebenso wie die langjährigen ehrenamtlichen Helfer im Hintergrund. Mit dem Ehepaar Scheunemann, Rolf Lutz und Rosel Schleicher waren auch Preisträger der vergangenen Jahre unter den Gästen im Plenarsaal.

Er sei überrascht und schon auch »ein bisschen stolz«, sagt Peschke. Bescheiden fügt er zugleich an, »dass sicher auch 100 andere Menschen diese Auszeichnung verdient hätten«. Für die mit 2500 Euro dotierte Auszeichnung vorgeschlagen hatte ihn eine Jury, der unter anderem der Landrat, Mitglieder von Sportkreis und Sportverbänden sowie auch ein Redakteur der Wetterauer Zeitung angehören. Der Kreisausschuss war dieser Nominierung gefolgt.

Seit 1971 und damit seit fast 50 Jahren ist die Entwicklung des TV Petterweil eng mit seinem Namen verknüpft; den 70-Jährigen kennt man nicht ohne Grund als »Mr. Handball«. Vom TV Niederrad war er einst nach Petterweil gewechselt, zu Zeiten, als noch auf dem Großfeld gespielt wurde. »Der TVP war damals schon für seine Stimmung, Kameradschaft und Geselligkeit bekannt«, sagt Peschke, der in der Wetterau schnell heimisch geworden; sportlich wie auch privat.

Beim TVP hat Peschke wohl keinen ehrenamtlichen Posten ausgelassen. Seit 2010 ist er Ehrenmitglied. Im gleichen Jahr erhielt er den Ehrenbrief des Landes Hessen, und vier Jahre später wurde Peschke mit dem Sportehrenpreis der Stadt Karben ausgezeichnet. »Das ist«, sagt der Multifunktionär, »jetzt die größte Auszeichnung, die ich je bekommen habe.«

Hauptberuflich war Peschke bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung (aus gesundheitlichen Gründen bereits mit 50 Jahren) bei der Bundespost am Flughafen in Frankfurt tätig und konnte sich anschließend »in den TVP stürzen«, wie sagt. Aktuell ist Peschke unter anderem als »Verantwortlicher Spieltechnik« in die Vereinsarbeit eingebunden. Er verantwortet das Hallenheft »Handball aktuell« und kümmert sich auch um Spielpläne und die Homepage.

Das Engagement Peschkes sei immer eine Selbstverständlichkeit gewesen, betonte Landrat Joachim Arnold in seiner Rede. »Er packt an, weil er von der Sache begeistert ist, nicht weil er im Rampenlicht stehen wollte.« Der Landrat, in seiner Jugend selbst dem Handball eng verbunden, bezeichnete den TVP als die »seit Jahrzehnten bestimmende Mannschaft im Kreis.« Für einen Lacher sorgte Arnold, als er einräumen musste, Urkunde und Scheck im Büro vergessen zu haben. »Das wird in die Geschichte eingehen«, ahnt er. Im Rahmen des Heimspiels am kommenden Samstag will Arnold die Auszeichnung vornehmen.

Werner Wiegand, der TVP-Ehrenvorsitzende, skizzierte in seiner Laudatio das langjährige Wirken seines Mitstreiters. »Du gehörst zur Generation, die Handball in Petterweil leben. Bei manchen Menschen sagt man; er sei unersetzbar. Wenn dies auf jemanden zutrifft, dann auf Dich, Ede!«

Grußworte sprach abschließend Guido Rahn. Der Bürgermeister der Stadt Karben nahm den Ball, der ihm im Laufe des Abends mehrfach zugeworfen worden war, auf. Das Geld für die »Duschen in der Sporthalle« stehe bereit, sagt er unter dem Beifall der TVP-Handball-Familie und gab das Versprechen zur Sanierung der sanitären Anlagen im Jahr 2018. Einen Sportehrenpreis nehme man mal nicht eben im Vorbeigehen mit. »45 Jahre - das ist schon eine Besonderheit. Es gibt immer weniger Menschen, die aus Ihrem Holz geschnitzt sind«, sagt Rahn in Richtung Peschke. Der Preisträger wurde schließlich musikalisch mit dem TVP-Vereinslied überrascht, das die Herren-Riege unter den Gäste anstimmten. Das Handball-Gen hat Peschke im übrigen vererbt. Sein Sohn Martin ist stellvertretender Abteilungsleiter und Co-Trainer der Ersten Mannschaft, und auch Enkel Cedric steht mit seinen sieben Jahren inzwischen schon auf dem Spielfeld


Wetterauer Zeitung vom Donnerstag, 14. Dezember 2017

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