Koffler freut sich über Rückkehr zum TVP

Gemeinsam mit seinem Vater Gerhard war Felix Koffler vor Beginn der Saison 2016/17 zum Landesliga-Rivalen TG Friedberg gewechselt, der den Abstieg in die Bezirksoberliga nicht verhindern konnte. Gerhard Koffler war von den Kreisstädtern im Sommer 2016 als Trainer für die erste Mannschaft verpflichtet worden, beendete aber aufgrund der sportlichen Talfahrt bereits Anfang März sein Engagement in der Kreisstadt. Einige Wochen später entschied sich auch Sohn Felix dazu, seine Zelte in Friedberg abzubrechen und wieder für seinen Heimatverein im schwarz-gelben Trikot aufzulaufen. Beim Landesliga-Dino aus der südlichen Wetterau freut man sich auf den Rückkehrer, der aus einer Petterweiler Handballer-Familie stammt. Während er in der kommenden Spielzeit gemeinsam mit seinem Bruder Jonas (19) in der Landesliga spielen soll, ist Lukas (22) für die zweite Mannschaft vorgesehen und wird zudem als Trainer des A-Jugend-Teams fungieren.

Felix Koffler ist zwar in Frankfurt geboren, zog mit seiner Familie aber bereits im Säuglingsalter nach Petterweil. Dort besuchte er die Grundschule, ehe er auf das Humboldt-Gymnasium in Bad Homburg wechselte und einige Jahre später sein Abitur machte. Danach folgte ein Studium im öffentlichen Dienst, in dem der noch ledige Koffler auch heute noch tätig ist. Bereits mit fünf Jahren begann er mit dem Handballsport. Mit Ausnahme der letzten Spielzeit war er stets für »seinen« TVP am Ball. Seit der Saison 2010/11 ist er in der Landesliga unterwegs.

Mit 24 Jahren befindet er sich nun im besten Handballer-Alter und ist zu einem erfahrenen Landesliga-Spieler gereift. Seine Stärken liegen im Abwehrbereich, zudem verfügt er als Angreifer über großes Spielverständnis. »Für uns stellt die Rückkehr zunächst einmal eine Verstärkung für die Abwehr dar. Durch seine Variabilität auf der Kreis- und Außen-Position wird uns Felix auch im Angriff helfen«, sagt äußert sich Petterweils Trainer Heiko Trinczek und fügt hinzu: »Seine Entwicklung in Friedberg bewerte ich als positiv. Dieses Jahr hat ihm gut getan. Beim Torabschluss hat er sich immens weiterentwickelt. Außerdem hat er noch mehr gelernt, Verantwortung zu übernehmen.«

Herr Koffler, wie fühlt es sich an, wieder zu Hause zu sein?

Felix Koffler: Ich freue mich riesig, wieder in meinem gewohnten Umfeld und Teil des Petterweiler Vereinslebens sein zu dürfen. Für mich ist der Handball beim TVP ein Stück Heimat. Ich bin froh, dass man mich hier wieder so herzlich aufgenommen hat.

Der Wechsel nach Friedberg kam sicherlich auch dadurch zustande, dass Ihr Vater dort das Traineramt übernommen hatte. Wäre ein solcher Wechsel für Sie sonst auch vorstellbar gewesen?

Koffler: Ja, zu diesem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass ich mal eine Veränderung brauchte und hatte bei der TG Friedberg eine neue Herausforderung gefunden. Außerdem habe ich mich natürlich über die Möglichkeit gefreut, mal wieder von meinem Vater trainiert zu werden. Rückblickend war es eine spannende Erfahrung, die mich sportlich und menschlich weitergebracht hat.

Was sprach dafür, nach nur einer Saison zum TV Petterweil zurückzukehren?

Koffler: Der Hauptgrund hierfür liegt weniger im sportlichen Bereich. Viel eher habe ich festgestellt, dass ich das TVP-Umfeld während meiner Zeit in Friedberg doch zunehmend vermisst habe.

Welche Gefühle kamen bei Ihnen in den beiden Spielen gegen Petterweil hoch, als Sie gegen die alten Kameraden und Freunde aufgelaufen sind?

Koffler: Natürlich war es ein komisches Gefühl, mit einem anderen Trikot vor heimischem Publikum einzulaufen und dann nicht nur gegen alte Kameraden und Freunde, sondern auch gegen den eigenen Bruder zu spielen. Das erlebt man schließlich nicht alle Tage.

Wie belastend war es für Sie, als Ihr Vater in Friedberg entlassen wurde?

Koffler: Die Entscheidung, meinen Vater als Trainer zu entlassen, hat mich sehr überrascht und enttäuscht. Dennoch sah ich es als meine sportliche Aufgabe, mich weiterhin in den Dienst der Mannschaft zu stellen, die schließlich nichts für die Entscheidung konnte.

Gibt es grundlegende Unterschiede zwischen der TG Friedberg und dem TV Petterweil? Wenn ja, wie würden Sie diese beschreiben?

Koffler: Ein grundlegender Unterschied ist sicherlich, dass traditionsbedingt in Petterweil kaum ein Weg am Handball vorbeiführt, während Handball in Friedberg nur eines von vielen Freizeitangeboten ist. Aus sportlicher Sicht unterscheiden sich die beiden Vereine wohl darin, dass der Umbruch bei der TG Friedberg gerade erst begonnen hat, während dieser in Petterweil bereits weiter fortgeschritten ist. Außerdem hat man beim TVP über die Jahre schon mehr Erfahrung in der Landesliga und auch in höherklassigen Ligen sammeln können.

Sie gelten als Handball-Allrounder. Ist das für Sie ein Kompliment oder kein Kompliment?

Koffler: Ich empfinde das eher als Kompliment, weil es dem Trainer Möglichkeiten gibt. Letztendlich freue ich mich aber, wenn mich der Trainer spielen lässt und ich der Mannschaft helfen kann.

Vorrangig werden Sie auf Linksaußen und am Kreis eingesetzt. Auf welcher Position spielen Sie lieber und weshalb?

Koffler: Ehrlich gesagt: Ich mag beide Positionen sehr gerne. Wenn ich mich entscheiden müsste, dann wäre es die Kreisposition, weil man im Zentrum spielt und viel eher an der Spielgestaltung beteiligt ist. Zudem habe ich schon in der Jugend vorwiegend am Kreis gespielt und dort das Handballspielen gelernt.

Sie werden gerne als Abwehrspezialist bezeichnet. Man sagt, dass das Abwehrverhalten viel mit dem Kopf, Willen und Einsatz zu tun hat. Wie ist Ihre Meinung?

Koffler: Dem kann ich nichts hinzuzufügen, obwohl diese Attribute unseren Sport nicht nur in der Abwehr prägen. Insbesondere wenn ein Spiel in die entscheidende Phase geht und die Kräfte schwinden, ist es aus meiner Sicht reine Kopfsache, noch einmal alles in die Waagschale zu werfen. Häufig werden enge Spiele dann von der Mannschaft gewonnen, die den Sieg mehr will und mehr dafür investiert.

Was waren die emotional bewegendsten Momente Ihrer bisherigen Laufbahn?

Koffler: Da fällt mir unter anderem meine erste Landesliga-Saison ein, in der wir am vorletzten Spieltag in Wettenberg vor ausverkauftem Haus um den Aufstieg spielten. Ein weiteres emotionales Highlight war der Klassenerhalt in der Saison 2015/16, als wir am vorletzten Spieltag den Verbleib in der Landesliga feiern konnten.

Was erwarten Sie von der neuen Spielzeit? Welche Erwartungen haben Sie an sich und an Ihre Mannschaft?

Koffler: Aus sportlicher Sicht denke ich, dass uns eine sehr enge Saison mit einer hohen Leistungsdichte bevorsteht. Von unserer Mannschaft erwarte ich eine herausragende mannschaftliche Geschlossenheit, die ich vom TV Petterweil gewohnt bin.


Wetterauer Zeitung vom Mittwoch, 05. Juli 2017

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